Samstag, 3. Dezember 2016

Arianas Adventslesen - 2. Advent


SAMSTAG, 03. Dezember: Irgendwie habe ich dieses Jahr Weihnachtsfrust - und das kenne ich gar nicht von mir. (Wenn ich da so an letztes Jahr denke, als ich versucht habe, mir beim Adventslesen die volle Dröhnung zu geben....)

Aber ich war die ganze Woche wirklich genervt:
  • von der Weihnachtsmusik, egal, wo man hingeht, und die mir viel zu früh und viel zu falsch erscheint;
  • von all den Angeboten, bei denen es letztlich nur darum geht, soviel Geld wie möglich auszugeben und im Konsum zu ertrinken;
  • von all den "Bettelbriefen" (anders kann ich sie im Moment nicht bezeichnen), in denen ich dazu aufgefordert werde zu spenden (warum eigentlich nur an Weihnachten??) oder den Katalogen sämtlicher Versandhäuser, die sich plötzlich an mich erinnern
  • von all den Menschen um mich herum, die eigentlich nicht wirklich die Stimmung ausstrahlen, die Weihnachten doch eigentlich bedeuten sollte .... - an einem Mittwoch-Morgen war ich gerade in mein Auto gestiegen und losgefahren, als ein total aggressiver Typ gegen mein Auto getreten hat und ich mich als "Fo..." beschimpfen lassen musste, "einfach so".

(oder liegts an mir und all den "Authentischen Verbrechen", die ich in den letzten Wochen gelesen habe, die meinen Blick so verändert haben?.

Nichtmal einen Adventskalender habe ich dieses Jahr, weil er auf den 24.12. hinarbeitet und mir Weihnachten gerade irgendwie nicht "richtig" vorkommt.
Kennst das jemand auch?

Wie das Lamm in Jostein Gaarder "Weihnachtsgeheimnis" (das ich trotz Weihnachtsfrust gerade lese) war ich regelrecht auf der Flucht und viel in Parks spazieren, in die im Moment kaum Menschen gehen, so dass ich fast für mich sein konnte.
Ohne Weihnachtsgedudel oder dem "Zwang" zu konsumieren.

Nur dass sich die Zeit für mich nicht rückwärts dreht, sondern vorwärts.

Am 27. Dezember ist wieder alles vorbei und die Menschen fangen an, sich "spontan" mit den guten Vorsätzen für das Neue Jahr zu beschäftigen. Die dann spätestens im Januar sowieso wieder gebrochen werden.

Tatsächlich setze ich mich im Moment schon viel mit dem was war und dem was sein könnte auseinander, vielleicht auch, weil ich gerade von Ildiko von Kürthy "Neuland" lese, in dem sie wunderbar beschreibt, wie Frauen ab Mitte 40 anfangen, ihr Leben noch einmal komplett zu überdenken und wie sie ein Jahr lang so ziemlich alles ausprobiert hat, von Schweigenkloster, über Aufmerksamkeitstraining, Detox, Entmisten etc.

Ich bin selbst gerade in dieser Lebensphase (und finde mich in einigem, was sie schreibt, wieder) und so nutze ich die Vorweihnachtszeit und Arianas Adventslesen eher zum Nachdenken und Innehalten.

Vielleicht springt der Weihnachts-Funke ja noch über. Aber am liebsten würde ich gerade weit weg fahren und erst im Januar wiederkommen.

Wobei ich gerade auch digital etwas entschlacke und versuche, mich wirklich wieder mehr bewusst auf eine Sache zu konzentrieren, statt nebenbei noch das Handy zu checken oder irgendetwas anderes zu tun. Oder Musik oder Nachrichten "nebenbei" zu hören.

Das Gehirn einfach mal zur Ruhe kommen lassen....

Ich wünsche Euch dennoch einen wundervollen 2. Advent und hoffe, dass ich jetzt niemandem die Weihnachtslaune verdorben habe!


Bildergebnis für 2. advent

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SONNTAG, 4. DEZEMBER, 14 Uhr: Heute Nacht um halb 4 bin ich davon wach geworden, weil "jemand an meiner Tür geklingelt hat". Wobei ich mir gar nicht sicher bin, ob das wirklich passiert ist. Wir sind nicht wirklich die Gegend für solche "Streiche", alle wichtigen Menschen haben einen Schlüssel zu meiner Wohnung - also habe ich das geträumt?
Irgendwie war das komisch.

Zumal ich mir sicher bin, dass, wenn es WIRKLICH geklingelt hätte, ich automatisch (wenn auch im Halbschlaf) aufgestanden wäre, um nachzufragen, wer dort ist.
Aber irgendwie war der Klingelton nicht ganz der richtige. Oder?

Hatte jemand schonmal so einen "Traum"?
Ob da meine fehlende Weihnachtsstimmung geklingelt hat?

Da ich weiter in Nicht-Weihnachtsstimmung bin (oder anders gesagt, momentan aufgrund verschiedener äußerer Umstände auch echt schlecht gelaunt), versuche ich weiter irgendwie das Beste aus meiner komischen Stimmung zu machen und habe zumindest etwas Energie in putzen, kochen und Blumenpflege investiert.

Zumindest bin ich gerade sehr stolz, weil ich bei einer Orchidee, die ich in den letzten bestimmt 6 oder 7 Jahren, seit ich sie habe, nicht zum Blühen bekommen habe (etwas anspruchsvoll, die Gute) heute bereits den zweiten Blütenansatz entdeckt habe. Vielleicht regiert sie auf meine "bad vibrations" - sollte vielleicht öfters mal hier vor mich hingrummeln.

Passend zu meiner Stimmung habe ich gestern Abend auch noch den neuen Star Wars - Das Erwachen der Macht gesehen (ich hatte den zwar Anfang des Jahres mit dem Lieblingskumpel schon auf Englisch im Kino gesehen, aber für die sprachlichen Feinheiten habe ich mir den gestern nochmal auf Deutsch gegönnt).

Ich bin immer etwas hin und her gerissen bei dem Film. Raye finde ich als neuen Charakter genauso wie den Androiden BB 8 sehr süß, aber die ganze Story scheint mir eine komplette Kopie von Episode 4 zu sein (Android bekommt Karte und flieht, das Böse ist mit einer Maske unterwegs und atmet schwer und das Gute hat "die Macht" in sich).

Zudem habe ich eine wirklich kitschige, lesbische (!) Version der Weihnachtsgeschichte von Dickens bei SKOOBE entdeckt, von der ich nicht so richtig weiß, ob ich sie super-innovativ oder einfach nur blöd finden soll. Bin aber auch erst beim zweiten Geist.

Draußen wird es schon wieder leicht dämmrig (hallo, ist doch gerade mal 14 Uhr?), aber ich habe zumindest die Weihnachtsbleuchtung beim Putzen gleich mit angebracht.

Mal schauen, was der Tag noch bringt.

Habt eine schöne Zeit!

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SONNTAG, 4. DEZEMBER, 21.00 Uhr: Nach einem heißen Kakao (in dem Hotel, in dem wir letzte Woche waren, gab es unglaublich leckeren, so dass ich mir auch mal wieder einen zuhause gegönnt habe) fiel mir ein, dass früher um die Weihnachtszeit die ganzen Fantasyepen in den Kinos liefen: Herr der Ringe, Harry Potter, Der Hobbit, auf die ich mich immer unheimlich gefreut habe.

Ein Blick ins aktuelle Kinoprogramm verwies mich auf "Fantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind", was ich mir also prompt gegönnt habe, denn magische Stimmung tut mir so kurz vor Weihnachten gut.

Wo bei ich gestehen muss, dass mir die Zielgruppe dieses Filmes, die komplett im "Erwachsenenreich" spielt, aber ein Prequel zu Harry Potter ist, nicht so ganz klar ist.

Zudem hatte ich etwas Probleme mit den ganzen bekannten Schauspielern (Johnny Depp, Eddie Redmayne, Colin Farrel), die mich nicht so recht in die magische Welt haben abtauchen lassen, wie ich mir das gewünscht hätte (bei Eddie Redmayne musste ich die ganze Zeit an The Danish Girl denken - dieses spezielle Lächeln kann er nicht ablegen).

Ihr seht schon, ich finde momentan überall ein Haar in der Suppe.

Apropops Suppe, bei uns war es heute den ganzen Tag unglaublich neblig! (Daher war es auch schon so früh dunkel).

Den Rest des Abends werde ich Ruth Gogolls lesbische "Weihnachtsgeschichte" weiterlesen. Der Charles-Dickens-Teil war recht unmotiviert und nach wenigen Seiten fertig - blieben noch überraschend 200 übrig.
Da geht es jetzt im "Neuen Jahr" weiter - sozusagen der Teil, über den Dickens nicht mehr schreibt. Das finde ich ganz interessant.

Frei nach Tucholsky:
"Es wird nach einem Happy end
im Film jewöhnlich abjeblendt.
Man sieht bloß noch in ihre Lippen
den Helden seinen Schnurrbart stippen –
da hat sie nun den Schentelmen.
Na, und denn – ?"


Ich hoffe auf die lesbische Lovestory. Ohne Schnurrbart. :o))

Schlaft gut.



Montag, 28. November 2016

Authentische Verbrechen in der DDR


Es ist ja total lieb, dass Ihr bei mir am Wochenende kommentiert habt, obwohl ich nur "im Geiste" am Adventslesen teilgenommen habe- aber ich habe an Euch gedacht. :o))


Bildergebnis für adventTatsächlich ist dieses 1. Adventswochenende mit dem xx. Geburtstag (die Zahl wird hier lieber nicht erwähnt, wenn ICH meinen nächsten Geburtstag noch erleben will...*pfeif*... aber es war ein runder *grins*) der Lieblingsfrau zusammengefallen und wir haben es uns mit Freunden und Verwandten bei einem Wellnesswochenende gut gehen lassen.

Gelesen habe ich auch ein wenig und will Euch noch davon berichten.
Ich habe nämlich gerade eine (für mich) total interessante Reihe entdeckt: Authentische Verbrechen aus der DDR.

Als ehemalige DDR-Bürgerin bin ich mehr als fasziniert und habe in den letzten Tagen bereits 3 Bände verschlungen.

Einerseits von den Abgründen, die sich in den Büchern auftun (angeblich gab es das "bei uns" ja alles nicht und wurde niemals auch nur in irgendeiner Zeitung oder dergleichen erwähnt).

Zum anderen steht hier die DDR wieder in einer Form auf, die mich noch im Nachhinein nur an die Stirn klatschen lässt.
Da ist immer wieder vom "Kollektiv" die Rede (im Betrieb etc.) und dann passieren etwa solche Sachen, wie dass ein Mann immer wieder seine Frau misshandelt und die sich beim KOLLEKTIV (wo auch sonst?) über ihn beklagt und er sich vor diesem dann rechtfertigen muss.

Es gruselt einen sozusagen doppelt.

        


Angefangen habe ich mit Die Schneeleiche von Lübbenau. Die meisten Verbrechen in dem Buch sind so in den 70er / 80er Jahren passiert und vor allem aus dem Raum Berlin / Brandenburg.
Meine Zeit, mein Wohngebiet. Das gibt einem noch im Nachinein ein seltsames Gefühl.

Manchmal hätte ich mir etwas mehr Hintergrundwissen gewünscht, dennoch hatte das Buch einen unglaublichen Sog auf mich.

Dann habe ich versucht, das Ganze etwas chronologischer zu lesen (wobei die Reihenfolge im Prinzip egal ist) und habe mir als nächstes vom selben Autor Der Tote in der Wäschetruhe geholt. Hier erklärt er auch im Vorwort, dass es schwer war, aus den Akten schlau zu werden, man oft mehr von den Tätern als den Opfern erfährt. Er versucht auch immer wieder zu schreiben, was aus den Menschen geworden ist. Das gefällt mir gut.

Momentan lese ich Die gepfählte Frau - in dem, wie der Titel schon vermuten lässt, wirklich grausame Verbrechen passieren.
Diese sind für mich bisher am ausführlichsten beschrieben und die Ermittlungsarbeit auch sehr interessant dargestellt.


Außer Wolfgang Swat gibt es auch noch andere Autoren, die sich der Verbrechen in der DDR angenommen haben, aber ich lese erstmal diese Reihe zu Ende.


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Samstag, 26. November 2016

Arianas Adventslesen - 1. Advent

Leider kann ich an diesem 1. Adventswochenende nicht am Adventslesen teilnehmen, da ich verreist bin, aber ich wünsche Euch allen eine wundervolles, besinnliches und vorweihnachtliches Wochenende und bin schon gespannt darauf, Eure Beiträge bei meiner Rückkehr zu lesen.

Liebe Grüße,




Freitag, 25. November 2016

REZENSION: Fremd (Hörbuch)


Titel: Fremd
Autoren: Ursula Poznanski und Arno Strobel
Länge: 6 CDs, 420min.
Sprecher: Sascha Rotermund und Christiane Marx


Kurzinhalt:

Stell dir vor, du bist zu Hause, und vor dir steht plötzlich ein Mann. Er behauptet, dein Lebensgefährte zu sein. Aber du kennst ihn nicht. Und nichts in deinem Zuhause deutet darauf hin, dass er bei dir wohnt. Du hast Angst. Und du spürst diesen unwiderstehlichen Drang, ein Messer zu nehmen. Bist du verrückt geworden?

Stell dir vor, du kommst nach Hause, und deine Frau erkennt dich nicht. Sie hält dich für einen Einbrecher. Schlimmer noch, für einen Vergewaltiger. Dabei willst du sie nur beschützen. Aber sie wehrt sich. Sie hält dich offenbar für verrückt. Bist du es womöglich? Oder spielt jemand sein perfides Spiel mit euch?


Meine Meinung:

Im letzten Jahr habe ich alles von Poznanski verschlungen. Mit "Fremd" hielt ich nun eine Zusammenarbeit mit dem Thrillerautor Arno Strobel in der Hand.
Die Kurzbeschreibung klang vielversprechend und genauso spannend fing das Hörbuch dann auch an.

Allerdings hatte ich lange Zeit Probleme mit den beiden sich abwechselnden Sprechern Sascha Rotermund und Christiane Marx, die für mich irgendwie nicht gut zusammen passten. Vielleicht ist das ja auch gewollt, aber jedesmal, wenn ein Sprecherwechsel im Hörbuch anstand, musste ich mich erstmal wieder umgewöhnen, statt weiter einfach der Geschichte lauschen zu können.

Dabei ist es ja durchaus ein interessanter literarischer Kniff die Story sowohl aus der Perspektive von Joanna als auch aus der von Erik zu hören.

Solange es auch nur um die beiden ging, war die Geschichte auch echt gut. Aber es wird - auch durch den Perspektivwechsel - relativ schnell klar, dass noch andere Menschen ihre Finger mit im Spiel haben müssen und ab da wird die Story eigentlich immer skuriler.

Tatsächlich nehmen die Geschehnisse eine Dimension an, die in ihrer Gesamtheit bis zum Schluss nicht wirklich aufgeklärt werden, ja die von den Autoren präsentierte "Lösung" ist so bescheuert, dass man sich letztlich etwas veralbert vorkommt (zumal meiner Ansicht nach eigentlich so nicht möglich, aber mehr kann ich dazu hier nicht schreiben, ohne zu spoilern).

Ich weiß nicht, ob es ander Zusammenarbeit der beiden Autoren lag, aber mir sind die Einzelarbeiten von Ursula Poznanski da echt lieber.


Fazit:

Spannender Start, der leider im Laufe der Geschichte immer mehr abflacht und zu keinem wirklich befriedigenden Ende findet.



Mittwoch, 23. November 2016

REZENSION: Potilla und der Mützendieb (Hörbuch)

Titel: Potilla und der Mützendieb
Autorin: Cornelia Funke
Sprecherin: Cornelia Funke
Länge:  3 CDs, 168 min.


Kurzinhalt (Verlagstext):

Arthur traut seinen Augen nicht! In dem schmutzigen Bündel, das er im Wald gefunden hat, steckt eine kleine Feenkönigin! Sie heißt Potilla und ist in großen Schwierigkeiten: Ein grausiges Wesen hat das Feenvolk überfallen und die wichtigen Feenmützen geraubt, nun ist Potillas Rückkehr in ihr Reich gefährdet. Arthur und seine Freundin Esther wollen helfen, doch die fiesen Zwillinge "B&B" durchkreuzen ihre Pläne. Eine fantastische Reise in die "Anderswelt" zu einem magischen Turm beginnt. Die Kinder begegnen sprechenden Tieren, einem zappeligen Finsterling, sehen in den Schlund der Ewigkeit und treffen den unheimlichen Mützendieb ... Eine abenteuerliche und zugleich amüsant-fantastische Feengeschichte.


Meine Meinung:

Nach meinem Reinfall mit den "Drachenreitern", brauchte ich wieder ein positives "Cornelia-Funke-Erlebnis".

"Potilla" habe ich vor vielen Jahren schon einmal gelesen und habe mir nun nochmal das Hörbuch vorgenommen, was in diesem Fall von der Autorin selbst gelesen worden ist. Das finde ich meist sehr zauberhaft, da doch gerade die Autoren am besten wissen, wie sie ihre Bücher betont wissen wollen.

"Potilla" ist in diesem Fall ein Kinderbuch, was durch unglaubliche Wortmagie auffällt, die allein schon in eine ander Welt entführen kann, etwa wenn die Zwillinge "B&B" von der kleinen Elfe stets als "Doppling" bezeichnet werden oder die rothaarige Esther als "Esther Zauberhaar".

Überhaupt ist die kleine Elfe "Potilla" eine sehr besondere, lässt sie sich doch trotz (oder gerade wegen) ihrer Körpergröße nicht die Butter vom Brot nehmen und schon gar nicht von den Zwillingen Angst einjagen, die Arthur die ganze Zeit piesacken.

Und tatsächlich sieht sie in eben jenem Arthur und seiner Freundin Esther die Retter für ihr Elfenvolk und gibt den bis dahin "Kleinen" eine große Aufgabe. Etwas, womit sich gerade Kinder wunderbar identifizieren können.

Untermalt wird die Geschichte durch wunderschöne keltische Musik, die dem Ganzen noch das "I-Tüpfelchen" aufsetzt und zwischendurch wirklich mal Zeit lässt, das Gehörte sacken zu lassen oder dem nächsten Kapitel entgegen zu fiebern.
Das macht das Hörbuch zu einer Insel, im Vergleich zu anderen auf dem Markt, in denen Gewalt, schnelle Schnitte und große Dramen vorherrschen.



Fazit:

Zauberhafte kleine Geschichte von Cornelia Funke, gelesen von der Autorin selbst. Besticht durch Wortmagie und dem großen Selbstbewusstsein einer eigentlich ganz Kleinen.



Montag, 21. November 2016

REZENSION: Die Tränen der Henkerin (Hörbuch)

Titel: Die Tränen der Henkerin
Autoren: Sabine Martin (Pseudonym für ein Autorenduo)
Länge: 6 CDs, 461 min.
Sprecherin: Nicole Engeln 



Kurzinhalt (Verlagstext):

Rottweil, 1332. Melisande und Wendel sind glücklich. Ihr Weinhandel läuft gut, und beide sind ganz vernarrt in ihre kleine Tochter. Doch über dem Glück liegen Schatten: Melisandes Schwiegervater setzt alles daran, die Ehe seines Sohns zu zerstören, und auf der Adlerburg lauert eine alte Feindin auf eine Gelegenheit, den Tod ihres Mannes zu rächen. Als Melisande auf einmal Gegenstände aus ihrer Vergangenheit findet, wird ihr dunkelstes Geheimnis offenbar: Sie war einst Henkerin. Ihr Mann wendet sich von ihr ab. Ihre Tochter wird entführt. Wer steckt dahinter? Um ihre Familie zu retten, muss Melisande es mit einem Gegner aufnehmen, der vor nichts zurückschreckt ...


Meine Meinung:

Ich habe jetzt fast über zwei Jahre (!) gebraucht, um den zweiten Teil nach "Die Henkerin" zu hören. So begeistert ich vom ersten Teil war, so bekloppt fand ich diesen.

Ich brauchte mehrere Anläufe, um das Ganze wirklich zu einem Ende zu bringen und eine vernünftige Rezension schreiben zu können. Aber irgendwie lässt mir das auch immer keine Ruhe und ich will dem Ganzen eine Chance gebene. Es wurde und wurde aber nicht besser.

Keine Ahnung, ob es daran lag, dass ich in der Zwischenzeit sehr viel differenziertere Mittelalterromane auf den Öhrchen hatte und somit den Vergleich, aber sobald ich die "Tränen der Henkerin" anmachte, regte ich mich permanent über die platten Charaktere und deren Eindimensionalität auf.

Nur Gut und nur Böse gibt es in den seltensten Fällen. Hier laufen solche Protagonisten zuhauf herum.

Zudem ist die Geschichte so an den Haaren herbeigezogen und so in den Länge gestreckt, dass es offenbar nur darum ging, an den Erfolg des ersten Teils anzuknüpfen - ohne jedoch wirklich auf Qualität zu achten.

Kurz zusammengefasst: Da wird Melisande von ihrem Mann rausgeworfen, nachdem er von ihrer Vergangenheit erfahren hat und sie lungert dann ewig in einer anderen Unterkunft herum (natürlich wieder verkleidet), bis ihr Mann es sich wieder anderes überlegt.
Um noch ein bisschen Spannung reinzubringen, wird dann auch noch die Tochter entführt.

War mir echt zu blöd. Manchmal sollte man auf manche Nachfolgebände einfach verzichten.


Fazit:

Platter, langweiliger Nachfolgeband, der seine Figuren völlig sinnlos durch die Gegend stolpern lässt und so gar nichts mehr von der Spannung des ersten Teils hat.




Samstag, 19. November 2016

REZENSION: Drachenreiter (Hörbuch)

Titel: Drachenreiter
Autorin: Cornelia Funke
Sprecher: Monty Arnold
Länge: 4 CDs, 285min.


Kurzinhalt:

Kehrt zurück zum Saum des Himmels. so ermahnt der alte Silberdrache Schieferbart die Jüngeren seiner Sippe, denn die Menschen machen den Drachen das Tal streitig.

Lung, der junge Drache, Schwefelfell, das pfiffige Koboldmädchen und Ben, der Waisenjunge, machen sich auf die Suche nach diesem besonderen Ort im Gebirge des Himalajas. Während ihrer Reise treffen sie auf einen Professor und eine Drachenforscherin, die wichtige Hinweise geben können. Auch ein kleiner Homunkulus, ein winziges Wesen mit dem Namen Fliegenbein, schließt sich den Freunden an - aber irgendetwas stimmt nicht mit diesem kleinen Kerl.

Meine Meinung:

Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich das Hörbuch im Auto gehört habe und diesbezüglich vielleicht nicht immer so darauf konzentriert war, wie es das vielleicht verdient hätte - aber "Drachenreiter" hat mich so gar nicht gefesselt.

Und dabei mag ich Cornelia Funke und ihre frühen Werke sehr.

Möglicherweise liegt es auch an der Hörbuchfassung, wie ich in einer anderen Rezension las, aus der ich hier mal ausnahmsweise zitieren muss, weil ich sie so treffend fand und offenbar den Vergleich zum Buch hat:

"Die sorgfältig entwickelten Fabelwesen des Romanes verlieren aufgrund unmotivierter Kürzungen ihre Präsenz, gehen ineinander über. Freude und Wut, Trauer, Überraschung, Erschöpfung und Glück der Helden des Romans versinken im distanzierten Nachrichtensprechercharme des Hörbuchs. Das Buch hat viele hochspannende überraschende Wendungen, die sorgfältig vorbereitet wurden. Kaum eine davon entwickelt sich im Hörbuch."(Rezensionam 11. Juli 2001 auf Amazon.de)

Tja, ein Phänomen, was ich in diesem Jahr leider schon ganz oft hatte. Warum man Hörbücher kürzen muss, bleibt mal dahingestellt und ist sicher diskussionswürdig.

Aber dass Figuren dadurch so flach bleiben und es einem nicht gelingt, wirklich einen Bezug aufzubauen, ist traurig. Diesbezüglich konnte mich auch der Sprecher nicht überzeugen. 

Auch hier musste ich nach einiger Recherche feststellen, dass es diesbezüglich zwei verschiedene Hörbuchfassungen gibt. Die mit Monty Arnold, die ich hab und die eben leider gekürzt ist.

Und eine, die einige Jahre später mit Rainer Strecker erschien, der auch "Tintenherz" gelesen hat und dem man dann das volle Buch gegönnt hat.

Wenn man sich beide Sprecher im Vergleich (klickt auf die Links, die ich auf die Namen der Sprecher gesetzt habe) anhört, ist der Unterschied beachtlich. 

Mittlerweile gibt es auch eine Hörspielfassung, da gerade der zweite Teil Drachenreiter - Die Feder eines Greifs herausgekommen ist.

Fazit:

Leider zum Fragment verkommenes Buch, was wahrscheinlich sehr viel mehr Potential hat und bei dem auch der Sprecher nicht wirklich überzeugen konnte. Schwer zu bewerten.