Sonntag, 28. Dezember 2014

REZENSION: Abgeschnitten (Hörbuch)

Titel: Abgeschnitten
Autor: Sebastian Fitzek / Michael Tsokos
Länge: 6 CDs, 427 Minuten

Sprecher: David Nathan / Simon Jäger


Kurzinhalt:

Der Gerichtsmediziner Herzfeld findet in einer Leiche einen Zettel mit der Telefonnummer seiner Tochter.
Schnell wird klar: Die asthmakranke Hannah wurde entführt.
Herzfeld soll die Polizei nicht einschalten. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, in der der Täter weitere Hinweise ausgelegt hat.


Meine Meinung:

Das ist das erste Mal, dass ich einen Fitzek als Hörbuch gehört habe, bisher habe ich alle Bücher von ihm gelesen und war irgendwann ziemlich genervt von diesen permanent künstlich eingebauten Cliffhangern, wo einer anfängt wie verrückt zu schreien, weil er (*Seite umblätter*) ein graues Haar im Spiegel entdeckt hat (überspitzt gesagt).
Man kommt sich als Leser irgendwann veralbert vor.

Da ich vor Kurzem aber "Der Seelenbrecher" als Theaterstück gesehen hatte und davon recht angetan war und Fitzek in "Abgeschnitten" nicht allein schreibt, wollte ich es mit diesem Buch nochmal versuchen.

Mit Michael Tsokos hat Fitzek sich einen Gerichtsmediziner als Co-Autor mit an die Seite geholt - und man hätte es ahnen lönnen, dass dies nicht unbedingt eine Verbesserung bedeutet.
Hauptantrieb war offenbar eher, nun auch noch wirklich jedes noch so eklige Detail im wahrsten Sinne des Wortes sezieren zu können.

Muss das sein? Ich erspar Euch hier die Details, aber allein obige Beschreibung, WO der Zettel mit dem Hinweis auf die Entführung auftaucht, darf genügen.

Die Geschichte läuft in zwei sich abwechselnden Handlungssträngen. eine spielt auf dem Festland (gelesen von Simon Jäger), die andere auf Helgoland (gelesen von David Nathan), die beide aufeinander zu laufen.

Jedoch darf man bei dieser Geschichte niemals nach dem WARUM fragen.
Mehr als einmal war ich an ein Computerspiel erinnert, wo hinter jeder Ecke ein Moster lautert, um dem Helden an den Kragen zu gehen - und das seit Jahr und Tag. Bis eben der Held zufällig vorbei kommt.

Das Ganze wird dann natürlich auch noch durch schlechtes Wetter potenziert (wie das auch schon bei Der Seelenbrecher der Fall war).
Der Handlungsstrang, der auf der Insel Helgoland spielt, ist regelrecht von der Menschheit "abgeschnitten".

 

Fazit:

Als Hörbuch dank David Nathan okay, da dieser sich für mich bis zum Ende durchquält (und irgendwie will man dann ja schon wissen, wie es ausgeht), als Buch dagegen wahrscheinlich kaum zu ertragen.

Kommentare:

  1. Oh je, das klingt ja nicht toll ... Ich muss gestehen, dass ich noch nie einen Fitzek gelesen habe, den Autor also gar nicht einschätzen kann. Grundsätzlich habe ich gegen eklige Beschreibungen nichts, wenn sie "notwendig" sind, also im Rahmen der Handlung Sinn ergeben. Das scheint bei diesem Buch nicht unbedingt der Fall zu sein.

    Tsokos mag ich ja sehr gern als Sachbuchautor und ich finde es grundsätzlich auch löblich, wenn ein Krimiautor sich einen Rechtsmediziner als Berater holt, damit er nicht völligen Blödsinn verzapft - noch blutiger muss es aber deswegen auch nicht werden. :-/

    Schade, dass das Hörbuch für dich eher ein Reinfall war.

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  2. David Nathan und Simon Jäger mag ich als Sprecher beide sehr gern - Fitzek (und auch Tsokos) liegen mir hingegen gar nicht ... Ein wenig fühle ich mich gerade von dir in meinen Vorurteilen bestätigt. ;)

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