Freitag, 25. August 2017

"Literatur als Deko-Soap" (Artikel über Buchblogger in der "Zeit")

"Die Zeit" hat sich der Buchblogger angenommen und unsere Wohlfühlfotos mit Büchern zum Anlass genommen, darüber zu schwadronieren, dass wir auf diesen Lese-Inseln ja wohl bar jeder Kritik an diesen unserem heißgeliebten Sujet sind und uns insofern als Rezensenten selbst überflüssig machen.

Beispiel gefällig?

"Dabei ist die Graswurzelgeste vieler Buchblogger, Literatur auch abseits des Feuilletons zu distribuieren und zu bewerten, begrüßenswert und wichtig. Letztlich diskreditiert sich diese Bemühung aber oftmals selbst, indem sie ihren eigenen Gegenstand bis zur Stumpfheit verhätschelt und verhunzt." 

Ehrlich gesagt staune ich ein wenig darüber, dass der Autor des Artikels sich lieber mit Bildchen beschäftigt, statt sich wirklich mal die Zeit zu nehmen, auch unsere kritischen Posts zu LESEN.
Die uns trotzdem nicht davon abhalten, weiter Bücher zu mögen.

Tatsächlich lese ich auch weiter "Die Zeit".
Auch wenn ich nicht mit jedem Artikel konform gehe.
 
Ich frage mich auch: Sollten wie seiner Ansicht nach im Umkehrschluss dann lieber Bilder posten, auf denen wir Bücher verbrennen und im wahrsten Sinne des Wortes zerreißen, beschädigen, um auch als kritisches Medium wahrgenommen zu werden?

Da poste ich doch lieber noch ein weiteres Lese-Wohlfühlbild.

Und hoffe auf sehr viel weitere von Euch!

Zum ganzen Artikel geht es hier:  http://www.zeit.de/kultur/literatur/2017-08/buchblogs-kitsch-facebook-instagram-literatur

Kommentare:

  1. Ein bisschen kann ich es verstehe, das muss ich einräumen. Ich scrolle auch oft über immer die gleichen fünf Bücher mit immer den gleichen Accessoires. Und die kritischen Stimmen? Die sind offenbar komplett verschwunden, dabei wären gerade sie so wichtig. Es wäre doch schön, wenn beides mehr Hand in Hand gehen könnte. Schöne Bilder (die ich auch gern mache ;-)) UND "das Buch muss die Axt sein" und/oder eben die kritische (!) Auseinandersetzung damit. Wenn nur noch eines davon im Vordergrund steht, wird es schnell fad und verkehrt die ursprünglich gute Absicht ins Gegenteil. Wäre ja auch schade.

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    1. @ Soleil

      Ich finde auch, dass beides seine Berechtigung hat. Und auch wenn viele erstmal dem Massengeschmack fröhnen und möglicherweise auch dem einen oder anderen Rezensionsexemplar huldigen, denke ich doch, dass viele früher oder später genau diese Entwicklung nehmen: hin zu mehr Selsbtbewusstsein. Sowohl bei der Wahl der Bücher als auch bei der Wahl der Worte.
      Wenn aber dennoch das eine oder andere Buch darunter ist, was zum Wohlbefinden beiträgt, haben Autoren meiner Ansicht nach alles richtig gemacht. Nehmen sie den Leser doch mit auf eine Reise zu sich selbst.

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  2. Es ist schon ein bisschen was dran, aber mir gefällt der abwertende und sehr pauschalierende Tonfall des Artikels nicht. Ich selbst lese auch lieber andere, kritischere Blogs, aber ich glaube, dass das zum Teil (wenn auch sicher nicht nur) eine Altersfrage ist.
    Als ich jünger war, habe ich insgesamt auch noch unkritischer gelesen. Und ich freue mich auch darüber, wenn Lesen und Bücher als etwas schönes, gemütliches und ja, von mir aus auch kitschiges, gesehen werden. Wenn ich dran denke, dass meine Nichte (fast 16 Jahre alt) erzählt hat, dass sie in ihrer Klasse die einzige ist, die überhaupt etwas mit Büchern anfangen kann, finde ich es beruhigend, wenn man auf der anderen Seite diese Begeisterung in den Blogs sieht.

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    1. @ Neyasha

      Genau. Ich finde die begeisterten Stimmen genauso wichtig, wie die kritischen. Und mögen erstere auch manchmal seltsam unkritisch sein, so spiegeln sie doch eine Liebe zu Büchern wieder, die vielen Menschen mittlerweile fremd ist. Dann lieber weichgespült als gar nicht lesen.

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